Warum uns das Schreiben so schwerfällt


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Wer auf Social Media mit anderen AutorInnen vernetzt ist, liest häufig Aussagen wie diese:
»Ich kann mich einfach nicht zum Schreiben aufraffen.«
»Seit Wochen nichts zu Papier bekommen :(«
»Leute, es geht aufwärts! Heute 200 Wörter geschrieben!«

Klingen diese Aussagen für dich, als wäre das Schreiben eine spaßige Angelegenheit? Wenn wir uns zum Schreiben ›überwinden‹ müssen und jede gelungene Session feiern, als wären wir einen Marathon gelaufen? Für mich nicht. Vielmehr wirkt es nach harter Arbeit, zu der wir uns zwingen müssen, genau wie zu unserem Brotjob oder zu lästigen Aufgaben im Haushalt. Doch klingt das nicht widersprüchlich? Wieso brauchen wir so viel Überwindung und Disziplin, wenn es doch – nach der Auffassung der meisten von uns – unser Hobby, unsere Leidenschaft, unser Zufluchtsort ist? Sollte es nicht so spaßig oder so befreiend sein, dass wir es täglich nicht erwarten können, endlich unsere Geschichten zu Papier zu bringen?
Offenbar nicht. Stattdessen gibt es unzählige Blogartikel über Taktiken, wie wir unseren inneren Widerstand überlisten und unseren Arsch an den Schreibtisch kriegen. Im besten Fall auch noch regelmäßig.
Woran liegt das?
Achtung: Dies ist ein ungeschönter (!) Einblick ins #Autorenleben

Schreiben ist anstregend!

Jeder einzelne Satz, den du schreibst, ist mentale Anstrengung. Du musst dauerhaft hochkonzentriert sein, musst unzählige Faktoren, die deine Wortwahl beeinflussen, im Hinterkopf behalten – sei es der Plot, die Figur, das Setting, der Stil, die Grammatik und so weiter. Das ist anspruchsvolle geistige Arbeit und schlaucht genauso wie physische Arbeit. Da ist es ganz natürlich, dass wir uns dagegen sträuben. Oft sind wir einfach erschöpft oder haben ›wichtigere‹ Ding im Kopf, für die unser Unterbewusstsein gerne bevorzugt Energie aufbringen würde. Das wiederum verwehrt uns die nötige Konzentration, die wir beim Schreiben benötigen.

Lauter Rückschläge

Es ist niederschmetternd, wenn wir einen Text schreiben und ihn für schlecht halten. Und das passiert leider nicht selten, schließlich ist der erste Entwurf nie perfekt, außerdem betrachten wir unsere eigenen Texte immer besonders kritisch. Und das macht die explosive Mischung aus, die uns gerne mal zur Verzweiflung treibt. Auch wenn wir den Text danach zehnmal überarbeiten – hängen bleibt, dass das Schreiben in der Rohfassung mit Rückschlägen und Selbstzweifeln behaftet ist. Das ist psychisch belastend, weshalb ein Teil in uns das gerne vermeiden möchte.
Tipp: Aus diesem Grund ist es übrigens so beliebt, sich vor jeder Session ein Ziel zu setzen: x Wörter zu schreiben oder y Stunden zu schreiben. Denn jedes Mal, wenn wir ein Ziel erreichen, ist das ein Triumph für uns, ein Erfolgserlebnis, das uns motiviert. Diese Art von Belohnung sollten wir uns unbedingt gönnen.

Kein Ende in Sicht

Auch hier gibt es wenig schönzureden. Ein Roman ist eine Menge Arbeit, die sich über Jahre ziehen kann. Zwischendurch wirst du mehrfach das Gefühl haben, nicht weiterzukommen, weil dir nichts einfällt, du alles infrage stellst oder schon wieder etwas umwerfen musst. Das kann irgendwann frustrierend sein, du willst doch einfach nur fertig werden. Daher gilt auch hier der Tipp von eben, sich das große Ziel in viele kleine Ziele aufzuteilen, sodass du Schritt für Schritt vorankommst und dabei immer wieder Erfolgserlebnisse sammelst.

100% Spaß gibt es nicht

Wenn ich mit ›Schreiben‹ die Entwicklung eines Romans meine, kann man es in verschiedene Phasen einteilen:
– Plotten
– Figurenplanung
– world building
– Recherche
– Rohfassung schreiben
– Überarbeiten
etc.
Die einzelnen Phasen unterscheiden sich untereinander deutlich. Da ist es ganz normal, dass uns die eine mehr Spaß macht oder besser liegt als die andere. Ich zum Beispiel liebe Plotten und world building. Aber die Überarbeitung? Die ist für mich kein Vergnügen, sondern ein notwendiges Übel – zumindest in großen Teilen. Und auch du wirst manch eine Phase ätzend finden. Sie gehören aber leider dazu, ein Hobby kann nicht immer zu 100% Spaß machen. Du kannst sie dir aber auch spaßiger machen, zum Beispiel indem du mit anderen zusammen schreibst.

»Chris, das klingt nicht sehr aufmunternd!«

Sorry für die unmotivierenden Worte! Ja, der Prozess hinter der Entstehung einer Geschichte ist hart, belastend und zeitaufwändig. Doch nur weil du Probleme hast, dich aufzuraffen, die Wörter nur zäh aus deinem Füller fließen und du die ersten Textentwürfe für die Tonne findest, heißt das nicht, dass du ›nicht fürs Schreiben gemacht‹ bist. Es heißt nicht, dass du ein schlechter Autor oder deine Story nicht zu gebrauchen ist. Du bist weder dumm noch faul. Du machst genau dieselben Probleme durch wie alle anderen Autoren, egal wie sehr manche das harte Autorenleben über Social Media beschönigen. Dass du überhaupt schreibst, zeigt doch, dass du es im Herzen gerne tust, daher solltest du dir nichts einreden lassen, erst recht nicht von dir selbst. Lass dich nicht entmutigen lassen und schreibe immer weiter, so schwer es dir manchmal auch fällt.
Jun Hur hat das in ihrem Tweet übrigens wunderbar zusammengefasst:


Grundsätzlich solltest du immer das große Ziel im Auge behalten: dein eigener Roman. Es gibt nichts Schöneres, als sein fertiggestelltes Werk in den Händen zu halten. Spätestens dann weißt du: Die ganze Arbeit hat sich gelohnt.

Best of #Autorenleben – KW 5, 2018

Interessant, lehrreich, witzig, typisch – #Autorenleben-Tweets, die mir in der vergangenen Woche (KW 5) sehr gut gefallen haben.
Have fun 🙂

Erwischt.


Mittelfinger hoch


Keep on fighting!


Mit Bierdose auf dem Tisch und Kippe im Maul? 😛


Guten Tag, liebes Autorenleben


Schamlos selbst zitiert


Und wieder ist eine tolle Geschichte entstanden

Best of #Autorenleben – KW 4, 2018

Interessant, lehrreich, witzig, typisch – #Autorenleben-Tweets, die mir in der vergangenen Woche (KW 4) sehr gut gefallen haben.
Have fun 🙂

Seriously this needs to stop


Die Einkünfte eines Autors


Geniales Recherchematerial


Hauptsache, deine Geschichte gefällt dir selbst


*Kollektives Augenrollen*


#Läuft


Bestimmt schreibt sie, wenn es so weit ist, ein ganz anderes Ende 😛

Best of #Autorenleben – KW 3, 2018

Hier seht ihr eine kleine Zusammenstellung aus ausgewählten #Autorenleben-Tweets, die mir in der vergangenen Woche (KW 3) sehr gut gefallen haben.
Have fun 🙂

#Autorenleben deluxe

Was meinst du?

The motivation

The struggle

Brainstorming ist zum Plotten echt super!

So entstehen creepy Horrogeschichten 😛

Interessante Umfrage zum Genre Sci-Fi