Chris auf der FBM2017

Natürlich bin ich auf der FBM 2017 vertreten – und zwar die vollen fünf Tage.

Von Mittwoch bis Freitag habe ich Standdienst. Ihr könnt mich jederzeit besuchen kommen, ich würde mich freuen! Ich bin am Stand von neobooks + epubli, Halle 3.0, K21. Dort halte ich einige interessante Veranstaltungen ab (siehe unten), u. a. zwei Vorträge, die sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene gedacht sind. Schaut vorbei!

Am Wochenende bin ich dann privat auf der Messe. Wo ich zu finden sein werde? Das werde ich ganz spontan entscheiden 🙂 Die meiste Zeit werde ich aber vermutlich in Halle 3.0 rumhängen (da ist am meisten los), außerdem bin ich über Twitter erreichbar.

An allen fünf Tagen gilt: Ich schleppe ein paar Exemplare meines Buches mit. Wer eines haben möchte – einfach ansprechen! Ich signiere es natürlich auch. Während ich Standdienst habe, kann es sein, dass ich keine Zeit habe, aber eine Buchübergabe kriegen wir sicher irgendwie hin 🙂
PS: Wer zuerst kommt …

Meine Veranstaltungen

MITTWOCH, 11.10.2017
○ 12:30–13:00 Uhr: Das Exposé – Worauf Verlage und Lektoren achten (mit Hannes Riffel vom Verlag Fischer Tor)
Halle 3.0 K21

  • DONNERSTAG, 12.10.2017
    Empfehlung (Vortrag)
    ○ 10:00–10:30 Uhr: So funktioniert gutes eBook-Marketing
    Halle 3.0 K21
  • Alles über Preis- und Gratisaktionen
  • Wie funktionieren die Amazon-Rankings?
  • Was bringen Ausleihplattformen?
  • Was nützen Leserunden?
  • Woher bekomme ich Rezensionen?
  • Weitere Marketing-Maßnahmen

○ 14:30–15:00 Uhr: Lektorensprechstunde (mit Kathinka Nohl)
Halle 3.0 K21

  • FREITAG, 13.10.2017
    Empfehlung (Vortrag)
    ○ 10:30–11:00 Uhr: Das Exposé: Worauf Verlage achten
    Halle 3.0 K21
  • Das richtige Mindset
  • Formales
  • Wie gliedere ich ein Exposé?
  • Was kommt bei den Lektoren gut an?
  • Und natürlich das Wichtigste: Wie schreibe ich die Inhaltsangabe?
  • Die meistgemachten Fehler

Titel, Cover und Klappentext – Ein kleiner Tipp für Autoren

Wie wichtig Titel, Cover und Klappentext sind, brauche ich nicht ausführlich zu erklären. Sie entscheiden maßgeblich darüber, ob die richtige Zielgruppe angesprochen und das Buch gekauft wird. Sie sind also nicht nur wichtig, sondern essentiell.
Und daher umso schwieriger zu gestalten.
Vor allem Klappentexte sind für mich persönlich der HORROR!

Woher also holen wir Autoren uns die nötige Inspiration? Wir orientieren uns an Experten, z. B. an Verlagen, die jahrelange Erfahrung darin haben, zielgruppenorientiert zu arbeiten. Du kannst ihre Cover, Titel und Klappentexte analysieren, daraus die Zielgruppen und die Strategien ableiten, und du bekommst einen guten Eindruck davon, wie die Verlage vorgehen. Doch dies auf dein eigenes Buch anzuwenden, ist nochmal eine ganz andere Liga.

Die Inspiration

Darum möchte ich dir einen kleinen Trick bei übersetzten Büchern vorstellen: Die Arbeit eines deutschen Verlages mit dem Original zu vergleichen.

Anm.: Ich nenne „Cover, Titel und Klappentext“ ab jetzt „Die drei Elemente“ (eines Buches). Das ist kürzer und hört sich irgendwie episch an.

Ein deutscher Verlag bietet seine Bücher einem anderen Markt an als der Verlag des Originals. Er identifiziert möglicherweise eine abweichende Zielgruppe, muss andere Vorlieben, andere Trends berücksichtigen und außerdem zusehen, dass die Aufmachung ins Verlagsprogramm passt.
Beispiel: Im unten verlinkten Beitrag von @whoiskafka geht es um ein Buch (Beautiful Liars), bei dem der deutsche Verlag eine andere Zielgruppe angesprochen hat als der Verlag des Originals. Die drei Elemente wurden dementsprechend konzipiert, und wenn man beide Versionen miteinander vergleicht, denkt man, es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Bücher (was natürlich nicht Sinn der Sache sein sollte).

Einfach mal stöbern!

Geh ruhig auf Amazon oder Thalia und vergleiche z. B. die jeweiligen Klappentexte. Du wirst schnell merken, wie unterschiedlich die Verlage arbeiten. Und du wirst schnell merken, welche Versionen dir besser gefallen. Das schenkt dir wiederum die Inspiration, die du gut gebrauchen kannst.
Übrigens: Im Englischen greifen die Verlage oft auf ganz andere Techniken zurück als hierzulande. Dort haben sich andere Techniken etabliert, vielleicht sind die Verlage auch bloß einfallsreicher. Ich persönlich jedenfalls finde diese sehr erfrischend gegenüber dem langweiligen Einheitsbrei, den manch ein deutscher Verlag bietet. Wirklich inspiriert haben mich daher bislang vor allem die Klappentexte aus den USA.
Beispiele liefere ich jetzt natürlich auch noch. Während das oben angeführte Beispiel eher aufgezeigt, wie die Verlage unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, möchte ich hier auf die unterschiedlichen Aufmachungen hinweisen. Oder anders formuliert: Auf die starken Qualitätsunterschiede! Jedenfalls meiner Meinung nach. Ich finde die beiden Versionen im Englischen weitaus (WEITAUS!) besser als die übersetzten. Aber mach dir lieber dein eigenes Bild davon.
Und sag mir, was du davon hältst 😊

Beispiel #1: Der Herr der Ringe – Die Gefährten von J. R. R. Tolkien

Hier klicken

Beispiel #2: The Name of The Wind von Patrick Rothfuss

Hier klicken

Darauf gebracht haben mich übrigens die Beiträge von zwei bekannten Buchbloggerinnen, @whoiskafka und @Ink_of_Books. In denen diskutieren sie (regen sich auf) über die Unterschiede von englischsprachigen Büchern zu ihren deutschen Übersetzungen in Bezug auf die drei Elemente. Die Beiträge sind nicht nur interessant und unterhaltsam zu lesen, sondern zeigen auch einige interessante Aspekte auf, von denen Autorinnen sich inspirieren lassen können.

Hier sind die beiden Blogartikel, auf die ich mich bezogen habe:

Interessant ist dabei auch das Interview mit Anne Bender vom Carlsen Verlag über die Entstehungsgeschichte eines Covers: http://inkofbooks.com/wie-entsteht-ein-buchcover-interview-mit-dem-carlsen-verlag

2016 – Mein persönlicher Autoren-Jahresrückblick

2016

Januar 2016

Draußen tobt ein Sturm, es ist nass, kalt und dunkel. Ich sitze an meinem Rechner, eingemurmelt in einer Decke. Die Katze schläft auf meinem Schoß und seufzt. In den Chai-Tee habe ich wie immer besonders viel Vanille reingemacht.
Ich arbeite an meinem Manuskript, es soll mein erster Roman werden. Zu diesem Zeitpunkt bewege ich mich noch komplett in meiner eigenen Welt, abgeschottet vom Rest der Menschheit. Sogar in meinem engsten Umfeld wissen nur die wenigsten davon, dass ich schreibe. Denn was ist, wenn ich scheitere? Will ich mich mit diesem Text wirklich an die Öffentlichkeit wagen?
Ich bevorzuge das stille Kämmerlein. Das ist meine Komfortzone, hier fühle ich mich wohl. Wobei das auch nicht ganz richtig ist, denn gut fühlt man sich nicht, wenn man sich irgendwo im Nichts bewegt und gar nicht weiß, wohin man eigentlich will. Ein Ende des Manuskripts ist jedenfalls nicht in Sicht. Ich hänge mich an unzähligen Kleinigkeiten auf und die Selbstzweifel schlagen in unliebsamer Regelmäßigkeit zu. In der Autorenszene kenne ich niemanden und niemand kennt mich. Ganz zu schweigen davon, dass ich arbeitslos bin.
Trotzdem treibt mich etwas voran. Ich erreiche den point of no return. Ab jetzt muss ich es durchziehen, schließlich habe ich schon viel zu viel Herzblut in diese Geschichte gesteckt, als dass ich sie noch in den Papierkorb werfen könnte. Außerdem glaube ich immer noch daran, dass diese Geschichte und meine Protagonisten ganz cool sein könnten.

März 2016

Ich wage den Schritt. Mein Text ist fertig und geht an die Testleser raus, außerdem an die Lektorin. Zum ersten Mal lesen andere Menschen, was ich da verzapft habe. Teilweise völlig fremde Menschen. Ein seltsames Gefühl.
An dieser Stelle könnte meine Autoren”karriere” auch schon wieder enden. Eine Frage wie »Sorry, was soll das sein?« würde mir garantiert die Luft abschnüren. Vielleicht würde auch schon ein gequältes »Ja, mhm, war ganz okay irgendwie.« reichen. Doch das Feedback ist größtenteils gut und das gibt mir den entscheidenden Motivationsschub. Also zurück ins stille Kämmerlein und die letzten Bearbeitungsschritte vornehmen.

Juni 2016

Mein Buch erscheint.
Realisieren kann ich das gar nicht so richtig. Es ist bei Amazon erhältlich. Man kann dort meinen Namen suchen und kriegt sogar ein Ergebnis. Verrückt! Aber was ich da geschaffen habe, wird mir erst in den kommenden Wochen bewusst, nämlich wenn Bekannte mich auf das Buch ansprechen. Das ist erstmal ein wundervolles Gefühl, natürlich, aber das kann jeden Tag ins andere Extrem wechseln. Ich verstecke mich ja nun nicht mehr in meinem sicheren Zuhause, sondern bewege mich nackig durch die Öffentlichkeit – jeden Tag und jede Nacht. Ab jetzt bin ich verwundbar. Ich durchlebe die emotionalste Zeit meines Autorenlebens. Jedes Feedback katapultiert mich entweder in den Himmel oder rammt mich in den Boden. (Über diese Achterbahn der Gefühle habe ich übrigens schon geschrieben: Gute Rezi, schlechte Rezi)
Ein Netzwerk habe ich zu dem Zeitpunkt immer noch nicht. Ich bin zwar veröffentlichter Autor aber trotzdem noch ein Niemand. Im Nachhinein war das vielleicht mein größter Fehler in diesem Jahr: Ich habe monatelang den Kontakt zu anderen Autoren vermieden, dabei ist das nicht nur ungeheuer wichtig, sondern macht mir persönlich auch riesigen Spaß. Das sollte sich nun ändern. Ich melde mich auf Twitter an. Es mag doof klingen, aber dieser Schritt hat mein Leben verändert. Ich lerne in kurzer Zeit so viele tolle Menschen kennen (einige später auch privat), dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, auf diese Plattform zu verzichten.

Dezember 2016

Stand heute: Bisher ist es bei einem Buch geblieben, da ich ein furchtbar langsamer Schreiber bin. Aber das ist okay. Ich habe ein paar negative Erfahrungen gemacht, doch die positiven überwiegen. Und genau das ist es, das mich darin bestärkt, weiterzumachen. Sicher, es ist auch heute noch ein tolles Gefühl, Amazon zu öffnen und dort sein eigenes Werk vorzufinden. Doch ich weiß nicht, ob ich ohne die vielen guten Rezensionen nicht schon längst wieder zurück ins stille Kämmerlein geflüchtet wäre – dann allerdings ohne Stift und Papier.
Ich realisiere, wie wichtig gerade das erste Buch ist.
Das zweite Buch ist bereits in der Mache. Es wird noch ein paar Monate dauern, doch ich freue mich wahnsinnig darauf. Ich habe aus meiner ersten Geschichte sehr viel gelernt und hoffe, diesmal einige Fehler vermeiden zu können. Jedenfalls finde ich meine neue Geschichte packender und emotionaler als die alte. Auf zwei, drei Szenen bin ich schon seit Wochen scharf und wenn ich ständig an sie denken muss, müssen sie ja irgendwie cool sein, oder? Doch ich muss geduldig bleiben, denn sich beim Schreiben zu hetzen, schadet bloß der Qualität.
Mein Netzwerk wächst. Trotzdem freue ich mich immer noch wie ein Kind über jede einzelne Nachricht. Ich bin beim Antworten nicht immer der Schnellste, aber nehmt es mir nicht übel – manchmal brauche ich einfach meine Zeit.
So far, so good? Wartet, der vielleicht wichtigste Punkt kommt zum Schluss. Denn ich bin der Meinung, dass ich nun ein Thema anspreche, das viele Menschen unterschätzen. Inzwischen habe ich wieder einen Job und in dem mache ich genau das, was ich auch privat gerne mache: Autoren beraten und betreuen, bloggen, Social Media, Manuskripte sichten, netzwerken etc. Für mich ein absoluter Glücksfall! Natürlich bin ich mir bewusst, dass nicht jeder solch einen Weg einschlagen kann. Trotzdem hoffe ich, dass jeder, der diese Zeilen liest, sich meinen Tipp zu Herzen nimmt: Geht eurer Leidenschaft nach! Es ist keine Schande, den Faktor Spaß als eines der wichtigsten Kriterien bei der Berufswahl zu definieren. Kurzfristig mag es auf andere Dinge ankommen, aber langfristig wird es sich bemerkbar machen, wenn die Arbeit keinen Spaß macht. Diese Lektion habe ich in diesem Jahr gelernt.

Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt. Stimmt ihr mir zu oder bin ich bloß ein romantischer Träumer?